Blog 2 - Reflexion Rollenspiel Veloweg

1. Ganz spontan – gab es bei der Durchführung des Rollenspiels ein ‘Aha-Erlebnis’? 

Bei diesem Rollenspiel gab es nicht wirklich ein "Aha-Erlebnis", jedoch war es das erste Mal, das wir bewusst die Sitzordnung verändert haben. Wir haben uns in einem Kreis hingesetzt und somit versucht die Aufstellung so zu gestalten, dass sie eher zu Kompromissbereitschaft führt, anstatt zu Konfrontation. 

Ich hatte für mich selbst die Erkenntnis, dass ich es teilweise schwierig fand, der Mediatorin, Tamara, nichts vorweg zu nehmen. Manchmal, wollte ich bereits selbst einen Vorschlag für den nächsten Schritt machen und habe dann gemerkt, dass das die Rolle der Mediatorin und nicht meine Rolle als Partei ist. 


2. Was hat die Mediatorin gut gemacht? 

Tamara hat uns sehr strukturiert durch die Mediation geführt. Dabei hat sie darauf geachtet unserer Themen und Interessen aufzuschreiben und unsere Forderungen ernst zu nehmen. Besonders gut fand ich die Rekapitulation der Verhandlung am Ender der Mediation, in der sie nochmals alle wichtigen Punkte zusammengefasst und geschildert hat. Sie hat stets nach dem Einverständnis beider Seiten gefragt und darauf geachtet, dass beide Parteien gleichermassen zu Wort gekommen sind. 

Auch aussergewöhnlich fand ich ihren Einfall einen Exkurs einzuschieben, in dem sie uns gebeten hat über die allgemeine Beziehung zwischen der Stadt und der Gemeinde zu reflektieren und zu besprechen wie deren Beziehung in Zukunft gestärkt werden könnte. 


3. Notieren Sie hier ganz kurz eine Konfliktsituation, welche Sie erlebt haben. Stellen sie sich vor, dass Sie dazu eine Mediation machen würden. Wie würden Sie sich darauf vorbereiten? Können Sie Ihre eigenen Interessen und diejenigen der ‘Konfliktpartei’ benennen?


Eine Konfliktsituation hat sich letzte Woche in meinem Freundeskreis ereignet, als es um die Ferienplanung ging. Wir hatten uns ursprünglich dazu entschlossen unseren Sommerurlaub extra in Europa, in eher kurzer Distanz zur Schweiz, zu verbringen, damit wir mit dem Auto oder Zug verreisen können. Nun haben meine Freund:innen aber wieder das Thema des Fliegens aufgerollt und wollten nun doch lieber eher mit dem Flugzeug verreisen, da dies komfortabler und schneller wäre. 
Da ich andere Interessen vertrete, ist eine Diskussion rundum Werte und Standpunkte losgegangen. 

Als Mediatorin hätte ich mich über die verschiedenen Interessen der Beteiligten, wie Kosten, Distanz, Umweltverträglichkeit des Transports etc. Jedoch hätte ich nicht die genauen Details in Erfahrung gebracht, weil mich diese im Vorfeld beeinflussen hätten können. 






Comments

  1. Liebe Sarah, vielen Dank für Deinen blog! ich fand's spannend zu lesen, dass Du die Zusammenfassung von Tamara so hilfreich fandest - und sie diese umgekehrt eigentlich extra 'eingeschoben' hat, um Zeit zu gewinnen, um eine neue Frage zu überlegen! Wiederholen kann somit wirklich hilfreich sein!
    Interessant auch Dein Konflikt....Ich denke, dass man hier Kompromisse finden kann, vielleicht Regeln abmacht (dieses Jahr ja, dafür nächstes Jahr nicht....dafür vor Ort sehr nachhaltig, etc.), dass es aber schlussendlich um eine Werthaltung gibt. Wie viel da eine Mediation bringt, ausser, dass gegenseitige Verständnis für die unterschiedlichen Positionen, weiss ich nicht. Ich fände es darum sehr interessant zu hören, wie Ihr den Konflikt nun gelöst habt.
    LIebe Grüsse
    Petra

    ReplyDelete
  2. Liebe Sarah
    Danke für deine Reflexion und das Feedback zu meiner Rolle als Mediatorin. Bezüglich dem Vorwegnehmen von Inhalten: Eine solche Situation könnte ja theoretisch auch in einer realen Mediation auftreten. Beispielsweise wenn eine Partei bereits einmal an einer Mediation teilgenommen hat und ihre Erfahrungen bezüglich des Ablaufs einbringen möchte.
    Da ihr beide recht aufmerksahm zugehört habt, war es für mich einfacher den roten Faden nicht zu verlieren. Ich fand es sehr schön, wie ihr angefangen habt über die zukünftige Zusammenarbeit der beiden Gemeinden zu sprechen.
    Noch zu dem Konflikt bei der Ferienplanung: Wenn ich dich recht verstehe, hattest du wenig Zeit dich auf diesen Konflikt vorzubereiten, weil du von dem Meinungsumschwung deiner Freunde überrascht warst. Wenn diese ein weniger ökologisches Bewusstsein haben als du, könntest du ihnen die Reise ohne Flugzeug auf andere Weise schmackhaft machen? Beispielsweise den abenteuerlichen Aspekt des Unterwegsseins oder die Möglichkeit an verschiedenen Orten halt zu machen?
    Vielleicht hilft es auch euch zu überlegen, worum es euch in den Ferien geht, respektive, was ihr erleben möchtet und wie wichtig euch diese gemeinsame Zeit ist. Und wenn ihr euch nicht einig werdet, gäbe es noch Alternativen zu den Ferien mit deinen Freunden?
    Liebe Grüsse
    Tamara

    ReplyDelete
  3. Ciao Sarah, spannende Reflexion! Ich habe den Konflikt mit der Ferienplanung auch schon selber erlebt in meinem Freundeskreis. Nach paar hitzigen Diskussion haben wir nun beschlossen, bei allen Orten welche innerhalb von 12h mit dem Auto, Zug erreichbar sind auf das Flugzeug zu verzichten. Nicht alle sind dabei gleichermassen glücklich aber ein Kompromiss mit dem alle Leben können. LG Basil

    ReplyDelete

Post a Comment

Popular posts from this blog

Blog 3 - Reflexion eigenes Konfliktverhalten

Blog 1 – Hasenwald vs. Kies